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Das unveränderlich Einfache. Stase des Stabilen. Konservation des Unentwickelten im Bleiben sterbender Identität, die sich im logischen Inzest tautologischer Gewissheit selbst vertilgt, wenn sie sich in sich mit sich identifiziert, ohne ein Anderes, Fremdes, welches sie negativ nährt – dies ist die AFD.

Philosophisch ist die AFD nicht mehr als eine Wahrheit, deren Grund sie in sich selbst sucht und findet. Befruchtet durch den eigenen Samen, unbeweglich, scheu der Anpassung, gepaßt in bestimmte Lebensräume, die vornehmlich das Merkmal der Isolation tragen und brauchen.

Jedoch stürzen Lebens- und Kulturräume zueinander, schieben sich unter, als seien sie die untergründig bestimmenden, kontinentalen Platten des Weltganzen, Isolation ist da nur eine artifizielle Verengung des Perzeptionsraumes zum Zwecke kontingenter Simplifikation, wo die wahren Relationen in steter Bewegung und Katastrophe in unabänderlicher Veränderungen immer neue Gebilde formen, die wir als Leben kennen.

Worin wir noch keine Dramatik erkennen müssen. Schließlich sind hoch spezialisierte Lebensformen durchaus lebensfähig. Wenn sie aber ihren Lebensraum schlicht dominieren, ausbluten, Diversität in einer großen Dominanz ersticken, dann dorrt jedes Leben, muss es Gleichgewicht suchen, kämpfen, und zwar um sich als Unterschied!

Wenn dieser Kampf gemieden, der Lebensraum in einer Pracht des Unterschieds blühen soll, dann braucht es der Einordnung eines Phänomens, wie der AFD, als subsitierende Variante des Diversen, und nicht gleich des Selbstverständnisses jener, nicht als dominante Form des Allgemeinen.

Die Frage bleibt in ihrer steten Drohung bestehen: Braucht es des Kampfes? Müssen wir dort hindurch, damit jene Anerkennung geschieht, die Hegel in seiner Phänomenologie notiert? Gesellschaftliches Zueinander nur durch den Entwurf eines Ringens um Selbstbestimmung, das Überlebende und Sterbende kennt?

Insofern scheint der AFD ein gar notwendiges Moment inne, wenn es Duellanten geben muss, deren Kampf nur im Existential jener ausgetragen sein kann. Kenner jedoch wissen, dass jene Anerkennung in Hegels Phänomenologie nur einen Durchgang beschreibt, nichts Bleibendes im Geiste, ihrerseits nur eine Variante der vielen Erscheinungs- und Erfahrungsformen des Absoluten.

Der Philosoph greift nicht gern in die Abgründigkeiten des Politischen, da es vereinnahmt, empirisch beschmutzt und verdirbt, was rein ideell Weltferne, und damit lediglich eine topographisch ebene Wahrheit, beanspruchen kann im Entfernen, im Abstrahieren von erdigen, naturhaften Lebensverhältnissen, die keine Ebenheit kennen. In jenem Modus braucht der Philosoph sich der Materie nicht zu versichern, ist nicht an sie als Prüfung seiner verwiesen, sondern allein mit sich und einem Denken, das bloß logische Konsistenz als Nahrung seiner selbst verlangt, die weder gewachsen, noch verderblich, endlich oder umkämpft ist – ein einfaches Gut einfachen (nicht simplifikanten), sehrwohl logischen, Denkens.

Solches will ich hier nicht. Ich will nicht logisch optieren. So wenig die AFD ein logisches gewachsenes Phänomen ist, so wenig kann ich sie aus bestimmter Logik heraus deduzieren. Sie bleibt Produkt eines irrationalen Reflexes auf Diversität, deren grundierender Kosmos einem scheinbaren Druck ausgesetzt zu zerreißen droht, und in schierer Klaustrophobie um sich selbst bangt. Denn, so könnte man versucht sein anzunehmen: Es reißt lediglich Verschiedenartiges. Etwas naturhaft Identitäres könne nicht reißen, da es keine möglichen Bruchstellen besitze, das Verschiedene jedoch habe die natürlichen Bruchstellen des Unterschieds, hier droht Instabilität – statischer Irrsinn, weshalb ein Statiker eher zum Monolith greifen würde, als zur geschaffenen Struktur des Verfügten.

Als jener Statiker versteht sich nun die AFD, ideell monolithisch organisiert spricht aus ihr Stabilität des Einfachen, wissend, dass das Komplexe potentiell Bruch bedeuten muss. Und so dringen zahlreiche Hebel in die Fugen des Diversen, den vermuteten Riss zu provozieren.

Gefragt welches Gebäude gemeinter Statiker denn intendiere, so wird er antworten, dass ein Bunker in seinem Sinne wäre, absolut stabil, äußerster (äußerer) Gewalt gewachsen, in sich durch sich mit sich eins, verkennend, dass ein Bunker lediglich in feindlicher Umgebung Bestimmung finden kann.

Und sowenig wir uns ohne Not Feindesland konstruieren, sowenig braucht es der Ödnis des Identitären, da es negativ das Lebendige provozierend herausfordert. Oder? Sollte Hegel Recht behalten und der Streit jener Prinzipien sozioökonomisch konstitutiv bleiben? Möglich auch, dass das Diverse nicht derart einseitig verstanden sein kann, wie ich es einführt habe, dass also das Diverse mehr noch die AFD einbegreift als Moment dialektischer Relationsbildung, das Identitäre also Teil eines höherstufigen Diversen ist, bloß Variante, nicht Opponent.

Und was würde jene Identität in ihrer Selbstbehauptung stärker unterminieren, als die Möglichkeit, als bloßer Aspekt eines allgemeiner verstandenen Identischen zu gelten?

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